20jähriger entwickelt Lösung gegen Plastik im Meer


Millionen von Tonnen von Plastikmüll schwimmen in unseren Meeren. Das ist eines der größten Umweltprobleme auf unserem Planeten: Strände werden verschüttet, Meerestiere und Vögel verwechseln den Kunststoff mit Futter und sterben qualvoll an dem Plastik in ihren Mägen. Der 20jährige Boyan Slat aus den Niederlanden hat jetzt die ultimative Methode entwickelt, um die Ozeane von dem Plastikmüll zu befreien.

Den Spieß einfach umdrehen

Ein Problem beim Aufsammeln von Plastik aus dem Meer sind vor allem die starken Strömungen. Boyan Slat jedoch meint:

 

"Warum sollten wir uns durch die Ozeane bewegen, wenn die Ozeane sich doch selbst bewegen könnten? Wieso Energie damit verschwenden, dem Plastik hinterherzujagen, wenn es von selbst zu uns kommt?"

 

So soll es funktionieren

Die Lösung sind riesige Filter, die aus einer Plattform, die am Meeresboden befestigt wird, und seitlich angebrachten Armen, die das Plastik einsammeln sollen, bestehen. Die schwimmenden Barrieren fangen den Plastikmüll ein, der von der Strömung direkt in ihre Richtung getrieben wird. Da sie nur etwa drei Meter tief ins Wasser hineinragen, sammeln die Fangarme genau das Plastik auf, das direkt auf der Wasseroberfläche schwimmt und gefährden keine Meeresbewohner.

 

Realisierung und Ziele

Dem Niederländer ist es 2017 gelungen, durch Crowdfunding im Internet rund 20 Millionen Euro einzusammeln.  Bereits damals setzte sich der ehrgeizige Boyan Slat das Ziel, innerhalb von fünf Jahren 50 Prozent des Mülls aufzuräumen.          

"Ich schätze, dass wir insgesamt bis zu drei Millionen Tonnen Plastik aus den Ozeanen fischen müssen", sagte Slat.
Als im vergangenen Oktober das „System 001“ in See stach, war die Hoffnung groß. Nach nur zweieinhalb Monaten dann die Ernüchterung: Der Meeresstaubsauger funktionierte nicht richtig: Der eingesammelte Plastikmüll war wieder zurück ins Meer getrieben und ein 18 Meter langes Endstück hatte sich vom Gerät gelöst. The Ocean Cleanup holte System 001 wieder zurück an Land.

Anschließend arbeitete das Team des Unternehmens hartnäckig daran, die Schwachstellen des Gerätes zu beheben. Seit Juni schwimmt die verbesserte Version wieder im Pazifischen Müllstrudel. The Ocean Cleanup konnte dieses Jahr eine erfreuliche Ankündigung machen: Das Gerät funktioniert und sammelt erfolgreich das Plastik ein.

 

Das nächste große Ziel von Boyan Slat: Plastik aus Flüssen einfangen bevor es ins Meer gelangt. Das Problem also an der Wurzel bekämpfen. Dieses soll mit sogenannten "Interceptoren", zwei Barrieren, die schräg in den Fluss hineinragen, funktionieren. Diese sollen das Plastik abfangen und zu einem Auffanggerät transportieren, welches einem Schiff gleicht. Das Plastik wird ins Schiffinnere befördert und dort gleich in entsprechende Behälter sortiert, die an Land gebracht werden. Schlussendlich wird das Plastik dort im Idealfall recycelt. Dieser Trick mit den zwei in den Fluss ragenden Interceptoren soll es ermöglichen, einen Großteil des Plastik abzufangen, ohne dabei die Schifffahrt zu behindern.

 

Wohin mit dem Plastik?

Der Plastikmüll soll in regelmäßigen Abständen von Booten aufgesammelt werden. Das erste Plastik von System 001/B will The Ocean Cleanup Ende des Jahres an Land bringen. Was dann daraus wird, verrät das Unternehmen noch nicht. Aber so viel ist klar: Es wird recycelt. „Es gibt einige coole Ideen, was wir damit machen. Aber es ist noch zu früh, das zu teilen“, sagt Boyan Slat bei einer Pressekonferenz.

 

Inzwischen ist Boyan 25 Jahre alt und er hat ein großes Team hinter sich. Der Niederländer konnte bis jetzt schon vieles bewirken, aber er hat noch große Ziele vor sich. Und er wird nicht ruhen.

Ich finde, dass sich an ihm so mancher ein Beispiel nehmen könnte.

 

 

Ein Artikel von Elena Klaus

Textquellen: https://utopia.de/gegen-plastikmuell-im-meer-the-ocean-clean-up-startet-frueher-als-geplant-52156/

Bildquellen: https://pixabay.com/de/photos/plastikm%C3%BCll-becher-umwelt-abfall-4236374/

https://pixabay.com/de/photos/m%C3%BCll-plastik-strand-4113434/