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Mord im Konsulat - Der Fall Khashoggi


Saudi-Arabien und ein Journalist, ein Mord, der wahrscheinlich vom Kronprinzen höchstpersönlich befehligt wurde, wie jeder anderer auch; doch was ist dieses Mal geschehen?


Saudi-Arabien, eine Diktatur, die so autokratisch ist, dass der Name des Herrschers im Landesnamen selbst steht: die Saudis; und dann war da noch Dschamal Chashoqdschi, oder nach englischem Transkript Jamal Khashoggi, ein osmanischstämmiger, saudischer Journalist, der ins Exil in die USA floh, um seiner journalistischen Tätigkeit nachgehen zu können.

 

Darauf hin ließ sich Khashoggis Frau von ihm scheiden und Khashoggi versuchte sein Glück diesmal mit einer Türkin; in der Türkei angekommen, wollte er mit seiner türkischen Verlobten heiraten, doch dafür waren die Papiere der saudischen Behörden notwendig, und da sich Kashoggi in der Türkei befand, musste er nach Istanbul ins saudische Konsulat.

Dort bekam er lediglich einen weiteren Termin, den er auch einhielt.

 

Aber er war nicht der einzige, der an dem Tag, dem 2. Oktober 2018, dort war, denn zufällig war auch ein 15-köpfiges Killerteam angereist. Natürlich behauptete Saudi-Arabien zunächst, Khashoggi hätte das Konsulat verlassen und ließ die türkische Polizei und Journalisten rein, um die angebliche Leiche zu finden; davor waren zufällig Tatortreiniger und Wandmaler im Konsulat; wo seine Leiche nun ist, ist ungewiss, denn die 15 Killer sind GANZ ZUFÄLLIG wieder ausgereist und befanden sich in Saudi-Arabien; ob ihre Diplomatenkoffer auch schwarz waren, ist ebenso ungewiss.

 

Am 11. Oktober erklärte die Türkei, sie seien im Besitz von Ton- und Videoaufnahmen, die belegen, dass Khashoggi verhört und dann bei lebendigem Leib mit einer Knochensäge zerstückelt wurde. Wie die türkischen Behörden an diese Beweise gelangten, ist unklar; die Türkei behauptet, dass diese aus Khashoggis Apple Watch aufgezeichnet worden waren und dann mit dem iPhone der draußen wartenden Verlobten in eine Cloud gelangen seien, dafür ist allerdings die notwenige Bluetoothverbindung bei der Entfernung technisch nicht möglich und die Applewatchfunknetzdirektverbindungen sind nicht mit dem türkischen Mobilfunknetz kompatibel; es wurde auch vermutet, dass die Türkei das saudische Konsulat ausspionierte.

 

Saudi-Arabien bestritt die Ermordung Khashoggis; sie behaupten, Khashoggi hätte das Konsulat verlassen. Auf einer Videoüberwachungsaufzeichnung ist zu sehen, dass Khashoggi das Konsulat verlassen hätte, doch es stellte sich heraus, dass es ein Doppelgänger des saudischen Geheimdienstes war, der seine Kleidung trug. Erst am 20. Oktober erklärte die Staatsanwaltschaft Riad, dass Khashoggi ermordet wurde. Darauf folgten Festnahme seitens den Sauds, so wurden achtzehn Personen des Geheimdienstes und des nahen Umfelds des Kronpinzen entlassen; so wurden fast alle Tatverdächtige des Amtes erhoben, außer den Haupttäter: der Kronprinz Mohammed bin Salman, kurz MBS, obwohl diese Abkürzung neuerdings mit "Mister Bonesaw" verwechselt werden kann.

 

Der Druck auf Saudi-Arabien wurde von der Türkei sowie von Großbritannien erhöht, die Bundesregierung forderte bin Salman auf, schnellstmöglich aufzuklären und die Vereinigten Staaten von Amerika drohten mit Handelssanktionen. Das Problem dabei ist jedoch, dass man auf Saudi-Arabien angewiesen ist und Sanktionen zum Beispiel den USA mehr schaden würden als Saudi-Arabien.


                                                                                                                                                             Ein Artikel von Yusa Özdemirkan

 

 

 

Quellen:
https://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/jamal-khashoggi-dead-uk-france-germany-saudi-arabia-consulate-how-die-torture-fight-a8594866.html

https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-10/jamal-khashoggi-saudi-arabien-journalist-konsulat-istanbul-faq#1-was-geschah-mit-jamal-khashoggi

https://www.cnbc.com/2018/10/15/khashoggi-apple-watch-recording-in-saudi-embassy-nearly-impossible.html

https://www.n-tv.de/politik/Medien-praesentieren-angebliche-Morddetails-article20675090.html

 


Bildquelle:

POMED