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Interview mit unserem neuen Schulleiter

Wir haben seit September 2017 einen neuen Schulleiter, der die vakante Position von Herrn Doktor Hoffmann nun füllt. Wir haben die Gelegenheit genutzt, ihn am Beginn seiner Laufbahn an dieser Schule zu interviewen.

 


 

Wir: Warum sind Sie Lehrer geworden?

ISM: Weil ich es spannend finde, die Fachinhalte, die mich selbst interessieren, tatsächlich so zu vermitteln, dass Schüler das als Bereicherung ihres Lebens empfinden. Also lernen, Dinge zu verstehen, Zusammenhänge zu strukturieren und so weiter. Ich finde sowohl die Fächer spannend, die ich studiert habe, als auch die Inhalte mit Schülern zusammen zu erarbeiten. 

 

 

 

Wir: Warum unterrichten Sie gerade die Fächer Philosophie und Deutsch?

ISM: Ich hätte auch gerne Kunst studiert, habe aber dann aus Zeitgründen keine Mappe angefertigt. Außerdem war das schwierig, ich wollte gerne in Köln studieren, doch den weiterführenden Studiengang auf einer weiterführenden Kunstschule hätte ich in Düsseldorf machen müssen. Ansonsten sind das die Fächer, die mich am meisten in meiner Persönlichkeitsentwicklung oder in meiner Weltwahrnehmung geprägt haben. Dementsprechend finde ich es auch im Fach Deutsch spannend, die geschichtlichen und philosophischen Zusammenhänge in den Werken zu erarbeiten. In Philosophie interessiert mich vor allem die Möglichkeit, logisch stringent Dinge in unserem Verstandeshorizont, den wir als Menschen haben, auszumachen.

 

 

 

Wir: Wie lange arbeiten Sie schon als Lehrer?

ISM: 15 Jahre, 2002 habe ich mein Referendariat in Leverkusen angefangen und dann dort auch nach dem Referendariat weiterarbeiten dürfen.

 

 

Wir: Hatten Sie Erwartungen an den Lehrerberuf, wenn ja, wurden diese erfüllt?

ISM: Ich wollte es einfach besser machen als viele Lehrer, die ich selbst hatte. Ich war selbst, glaube ich, ein anstrengender Schüler, weil ich auch gerne mal Unsinn gemacht habe und, wenn mich der Unterricht gelangweilt hat, habe ich das auch entsprechend kundgetan. Zudem habe ich erwartet, dass Schüler viel mehr gegen Obrigkeiten und Systeme rebellieren, als sie es letztlich tun.  Ich glaube, ich habe in den letzten Jahren viele Schüler mitnehmen und für bestimmte Dinge begeistern können. Vielleicht nicht alle, aber auch für ein paar lohnt sich das Ganze.

 

 

 

Wir: Und denken Sie, dass Sie ein guter Lehrer sind?

ISM: Sagen wir so: ich glaube, dass mein Unterricht genauso wie bei anderen Lehrern mal optimal vorbereitet ist, mal nicht so optimal, und dass es auch mal schlechte Stunden gibt, in denen man im Vorfeld vielleicht nicht alles antizipiert hat, was wichtig ist. Ich glaube insgesamt aber, dass ich insofern ein guter Lehrer bin, dass ich mich als Person so zurücknehme, dass es mir vor allem um die Schüler und das, was sie lernen, geht. Wahrscheinlich bestätigen das nicht alle Schüler, aber generell versuche ich mich eben an die Kriterien eines guten Unterrichts zu halten, und glaube auch, dass mir das häufig gelingt.

 

 

Wir: Hatten Sie den Wunsch, an einer bestimmten Schule Direktor zu werden, oder haben Sie die Gelegenheit hier einfach ergriffen?

ISM: Ich hatte irgendwann den Wunsch, Schuldirektor zu werden, um Dinge nicht nur zu gestalten, sondern sie auch umsetzen zu können, die verantwortliche Person zu sein und zu sagen: "Okay, wir machen das jetzt einfach mal“, auch wenn es vielleicht mal Gegenstimmen gibt. Ich wollte gerne hier im Umkreis bleiben, und von den Schulen im Angebot fand ich das Rhein-Gymnasium sehr spannend, weil mir die Weltoffenheit, die Kooperationen gut gefallen und hier ganz viel Austausch und viele Exkursionen stattfinden. Ich finde, dass die Schule vieles richtig gemacht hat und dadurch lebendig und lebensnah wirkt. Insofern war das Rhein-Gymnasium die Schule meiner Wahl, aber es hätte vielleicht auch andere Schulen gegeben, die ich ähnlich spannend gefunden hätte.

 

 

Wir: Wird es nicht nach einer Weile langweilig, immer dieselben Themen zu unterrichten?

ISM: Unterricht ist insofern nicht langweilig, als dass man dadurch, dass man immer andere Schüler hat, auch immer anders vorgehen muss. Aber in Philosophie an meiner alten Schule hatte ich in der Oberstufe teilweise das Problem, dass eine starre Reihenplanung vorgegeben war, die inhaltlich wenig Flexibilität in der Auswahl der philosophischen Texte ermöglichte. Aber auch da konnte ich immer wieder andere Arbeitsweisen und Zugänge finden. Es gibt also Momente, in denen Inhalte langweilig erscheinen können, aber durch die Kommunikation mit und Vermittlung an die Schüler bleibt es häufig spannend.

 

 

Wir: Freuen Sie sich nach den Ferien auf den ersten Schultag, oder bedauern Sie das Ferienende?

ISM: Jetzt gerade als Schulleiter bedeutet der erste Schultag, dass ich schon ein bis  zwei Wochen vorher in der Schule tätig war, ich habe also einen gleitenden Übergang. Ich empfinde meinen Beruf tatsächlich als bereichernden Bestandteil meines Lebens, insofern freue ich mich auch auf die Schüler, Eltern und Kollegen und darauf, auch nach den Ferien wieder unterrichten und die Schule leiten zu können. Da unser Beruf zwei Drittel unseres aktiven Lebens ausmacht, sollte er einem auch Freude bereiten, auch wenn eine Auszeit immer mal wichtig ist. Und wenn man dann einmal im Urlaubsmodus ist, dann genießt man natürlich auch den Urlaub.

 

 

Wir: Was war Ihr erster Wunschberuf?
ISM: Mein erster Wunschberuf als Jugendlicher war Grafiker, weil ich gerne Geschichten erfunden und in Form von Comics umgesetzt habe. Das ist aber zum Glück immer nur ein Hobby geblieben, weil viele kreative Dinge, die ich gerne betreibe, grundsätzlich mehr Freude bereiten, wenn sie zwanglos sind und keiner finanziellen Notwendigkeit unterliegen.

 

 

Wir: An welcher Schule haben Sie vorher unterrichtet?

ISM: Am Landrat-Lucas-Gymnasium in Leverkusen Opladen.

 

 

Wir: Und wo sind Sie selbst zur Schule gegangen?

ISM: An mehreren weiterführenden Schulen, da meine Eltern häufig umgezogen sind. Zum Beispiel habe ich das Gymnasium Horkesgath in Krefeld oder auch das St-Bernhard-Gymnasium in Willich-Schiefbahn besucht.

 

 

Wir: Kannten Sie das Rhein-Gymnasium schon, bevor sie hier Schulleiter wurden?

ISM: Ja, das kannte ich durch meinen damaligen Fachleiter in Philosophie, Herrn Dr. Sistermann, der war hier lange Kollege an dieser Schule. Er hat uns als Referendare hier Unterricht gezeigt und auch Philosophie-Unterrichtssequenzen durchführen lassen. Ich habe das Rhein-Gymnasium also schon am Anfang meiner Lehrerausbildung als weltoffenes, gastfreundliches  und aufgeschlossenes Gymnasium erlebt.

 

 

Wir: Was gefällt Ihnen an unserer Schule am besten?

ISM: Mir gefällt, dass ich das Gefühl habe, dass hier viele Schüler sind, die gerne zur Schule gehen. Mir gefällt an dieser Schule, dass die vielfältigen und interessanten Angebote, die gemacht werden, den verschiedenen Neigungen und Interessen des einzelnen Schülers gerecht werden. Ich habe das Gefühl, dass hier Lehrer sehr bemüht darum sind, engagierten und spannenden Unterricht zu geben, und dass Schüler umgekehrt diese Wertschätzung zurückgeben. Hier herrscht eine gute, harmonische Stimmung zwischen Lehrern und Schülern, das gefällt mir äußerst gut.

 

 

Wir: Wie wollen Sie unser Gymnasium verändern?

ISM: Ich hätte tatsächlich gerne, dass wir das Gute unseres Gymnasiums noch mehr herausstellen und eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit leisten. Ich glaube, dass es der Schule gut zu Gesicht stünde, wenn sie noch transparenter werden ließe, was wir hier täglich leisten, um Schüler individuell zu begleiten und zu fördern. Am Rhein-Gymnasium geht es um ganzheitliches Lernen, sodass Schüler immer wieder ihre Schullaufbahn mitbestimmen können, weil sich Interessen und Neigungen auch ändern können. Generell möchte ich keine neue Schule hieraus machen, sondern das Gute noch weiter herausstellen und das, was noch nicht so gut funktioniert, verbessern. Und ich glaube, dass diese Schule viel Potenzial dazu im Kollegium und in der Schülerschaft hat. Ich freue mich jedenfalls darauf, in den nächsten Jahren zusammen mit allen am Schulleben Beteiligten aktiv und mit viel Leidenschaft viele gute Ideen zu verwirklichen. 

 

 

Wir: Vielen Dank für das Interview

 
Das Interview führten Carolina Küpper und Yusa Özdemirkan