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Interview mit Herrn Dr. Hoffmann

In absehbarer Zukunft verlässt uns unser Schulleiter in die wohlverdiente Pension. Wir haben die Chance ergriffen ihn zu interviewen, bevor er von der Schule geht.


 

 

Wir: Warum sind Sie Lehrer geworden?

HO: Ich bin Lehrer geworden, weil mir der Beruf gefallen hat.

 

Wir: Hatten Sie Wünsche an einer bestimmten Schule als Lehrer und Direktor zu unterrichten, oder war es Ihnen egal?

HO: Egal ist das einem nicht. Ich war ursprünglich woanders. Ich war auf dem Herder-Gymnasium. Dass mir dann vorgeschlagen wurde, hier eine stellvertretende Schulleitung zu übernehmen, das war mehr durch Zufall bedingt.

 

Wir: Hatten Sie das Ziel vor Augen, Direktor einer Schule zu werden und hatten Sie jemals damit gerechnet?

HO: Von einem bestimmten Zeitpunkt an schon. Man wird ja nur stellvertretender Schulleiter, wenn man auch vorhat Schulleiter zu werden, aber hätte man mich 5 Jahre früher gefragt, also beispielsweise 1990, dann hätte ich das nicht unbedingt gesagt.

 

Wir: Kannten Sie das Rhein-Gymnasium schon, bevor sie hier Direktor wurden?

HO: Das kann man wohl sagen! Ich denke ich bin hier weit und breit der, der diese Schule am längsten kennt. Ich kenne sie seit 1962 mit der Unterbrechung meiner Studienzeit, denn ich war hier Schüler.

 

Wir: Was war Ihr aller erster Wunschberuf?

HO: Das weiß ich nicht mehr. Ich wollte lange Zeit Jurist werden, als Schüler in der Oberstufe.

 

Wir: Wollten Sie von Anfang an Französisch, Geschichte und Mathematik unterrichten?

HO: Also zunächst mal stand mir der Sinn vor allem nach Französisch und dann habe ich ein zweites Fach dazu gesucht. Damals hätte ich Französisch und Mathematik studiert, wenn es gegangen wäre. Das ging aber nicht. Dann habe ich Geschichte studiert und Geschichte ist, wenn man so will, mein Schwerpunkt.

 

Wir: Was ist aus dem versprochenen Klettergerüst geworden?

HO: Aus dem versprochenen Klettergerüst ist bis jetzt noch gar nichts geworden. Aber die Stadt Köln hat uns versprochen, als Ausgleich für dieses Klettergerüst einen kleinen Steinkreis, in dem sich eine Klasse hinsetzen kann, oder wo man auch kleine Aufführungen machen kann, hier auf den Schulhof hinzusetzen. Aber sie haben gesagt, dass sie das erst machen, wenn der neue Schulhof fertig ist. Vor neuen Klettergerüsten möchte ich ein bisschen warnen, wenn ich bedenke, wie teuer die sind und was für eine Lebensdauer die haben. Unser altes Klettergerüst hat gerade mal 5 Jahre gehalten und hat 6000 Euro gekostet.

 

Wir: Wie lange waren Sie bis jetzt an dieser Schule?

HO: Seit 1995, also ziemlich genau 21 Jahre.

 

Wir: Was gefällt Ihnen an dieser Schule am meisten?

HO: Es gibt vieles, was mir an dieser Schule gefällt. Ich finde, dass das Klima an dieser Schule sehr freundlich ist. Ich treffe meistens auf freundliche Schüler. Das Gebäude gefällt mir eigentlich auch, da ich den Stil gut finde. Genau so etwas wird man in Köln nicht wieder finden. Die Lage ist natürlich toll, direkt am Rhein und ich finde insgesamt, dass die Zusammenarbeit zwischen Schülern, Eltern und Lehrern gut funktioniert.

 

Wir: Welche guten Erfahrungen haben Sie auf dieser Schule gesammelt?

HO: Das Wort Schulentwicklung gab es noch fast gar nicht, als ich hier her kam, und man konnte mit diesem Kollegium Schulentwicklung tatsächlich betreiben.

 

Wir: Welche schlechten Erfahrungen haben Sie gesammelt?

HO: Die erste schlechte Erfahrung war, dass es noch keine Leistungskurse in Geschichte gab. Ich hätte auch mal gerne wieder einen Französischleistungskurs unterrichtet, aber die Ausrichtung der Schule ist eher naturwissenschaftlich und das trage ich auch voll und ganz mit.

 

Wir: Welches ist ihr Lieblingsfach von den drei Fächern, die Sie unterrichten?

HO: Mein Herz hängt eigentlich am meisten an Geschichte.

 

Wir: Was und wen werden Sie am meisten an dieser Schule vermissen?

HO: Ich werde sicher das Umfeld hier insgesamt vermissen und dann werde ich natürlich bestimmte Menschen vermissen.

 

Wir: Wann genau werden Sie denn gehen?

HO: Es könnte sein, dass ich Ende des nächsten Schuljahres gehe, oder ein halbes Jahr später.

 

Wir: Wer wird neue/r Schulleiter/in?

HO: Das weiß ich nicht.

 

Wir: Und wissen Sie wer stellvertretender Schulleiter wird?

HO: Herr Theil ist ja ein bisschen jünger als ich. Also gehe ich davon aus, dass Herr Theil ein bisschen länger bleibt als ich.

 

Wir: War nicht eigentlich auch das Gerücht im Umlauf, dass Herr Theil dann auch die Leitung aufgeben wolle, wenn Sie dann gehen?

HO: Es ist für Herrn Teil natürlich auch nicht leicht. Ich habe jetzt auch noch ein Jahr vor mir. Ich stelle mich dem jetzt erst einmal alleine, bis ein neuer Schulleiter kommt. Wenn nach mir direkt einer kommt, dann könnte ich mir vorstellen, dass Herr Theil das dann auch noch ein bisschen weiter macht.

 

Wir: Haben Sie außerschulische Hobbys?

HO: Ich verreise sehr gerne. Das werde ich dann auch, wenn ich im Ruhestand bin, intensivieren. Dann segle ich auch noch gerne. Bislang hat sich das für mich nicht gelohnt, mir tatsächlich eine kleine Jacht anzulegen, weil ich dazu zu selten komme. Aber ich könnte sie mir dann mal für einen Monat mieten und dann zum Beispiel durch die Mecklenburgische Seenlandschaft, die Brandenburgische Seenlandschaft oder die Landschaft rund ums Ijsselmeer segeln. Ich lese natürlich ganz gerne.

 

Wir: Was machen Sie in Ihrem Ruhestand?

HO: Ich könnte mir vorstellen, dass ich mich ehrenamtlich oder an einer anderen Stelle ein bisschen engagiere.

 

Wir: Was ist denn Ihr Lieblingsbuch, da Sie ja so viel lesen?

HO: Mir gefällt Marie Antoinette sehr gut.

 

Wir: Sind Sie eher traurig oder glücklich in Hinblick auf Ihre Zukunft?

HO: Ich werde bestimmt einiges vermissen, wenn ich hier den Koffer packe. Auf der anderen Seite werde ich auch vieles genießen, denn es ist schon ein gewisser Druck, der auf einem lastet und dieser Druck ist auch nicht immer ganz angenehm. Außerdem werde ich das tägliche Miteinander mit meinen Kollegen oder auch mit den Schülern vermissen.

 

Wir: Vielen Dank für das Interview.

 


Das Interview führten:

Marie Hemmert und Paulina Legler