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R.I.P. Cita Jorde


Wir betrauern den Verlust von Frau Jorde.  Sie ist am Anfang dieses Schuljahres 2016 von uns gegangen. Doch vor dem tragischen Ende einer Ära hatten wir das Glück, noch einmal mit ihr reden und ihr Fragen stellen zu können.


 

SchüZe: Wie lange waren Sie an dieser Schule?

Jorde: Wenn ich gehe, war ich viereinhalb Jahre hier.

SchüZe: Wie kommt es, dass Sie zu einer Schule in Italien wechseln?

Jorde: Ich finde den Auslandsschuldienst einfach total spannend. Also, in einem anderen Land zu leben, wo man eine andere Sprache spricht. Und mein Freund ist ja auch Italiener. Deshalb hat sich das angeboten und es hat geklappt. Sechser im Lotto!

SchüZe: Warum haben Sie sich gerade für diese Schule entschieden?

Jorde: Es gibt in ganz Italien nur drei Auslandsschulen. Eine ist in Rom, eine ist in Mailand und eine ist in Genua. Und die Schule in Mailand hatte gerade Bedarf, weil der alte Musiklehrer dort wieder nach Deutschland zurückgeht .Und deshalb hat es da geklappt.

SchüZe: Was gefällt Ihnen am meisten am Rhein-Gymnasium und was werden Sie am meisten vermissen?

Jorde: Ich werde auf jeden Fall meine Schüler vermissen. Meine Kollegen werde ich auch ganz doll vermissen. Die Kollegen gefallen mir eigentlich am besten und halt die Menschen mit denen ich arbeite. Mir gefallen auch die Musikräume sehr gut .Ich finde, man kann da sehr gut arbeiten. Was gefällt mir denn noch? Die Lage gefällt mir sehr. Hier schön am Rhein. Hmm… Ich glaube wirklich die Menschen, die Schüler werde ich am meisten vermissen.

SchüZe: Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn sie an Italien denken?

Jorde: Auf die Sonne! Ich denke an die Sonne, ich freue mich auf die Sonne. Auch auf eine besseres Klima. Dann freue ich mich auf eine neue Herausforderung. Da freue ich mich sehr drauf, weil es bestimmt spannend wird dort zu arbeiten. Weil die Schüler zu Hause größtenteils Italienisch sprechen, also Deutsch ist deren Fremdsprache sozusagen. Der Unterricht findet aber auf Deutsch statt. Das müsst ihr euch vorstellen wie für euch Bili. Wenn ihr jetzt Geschichte auf Englisch hättet quasi.

SchüZe: Wie lange werden Sie in Italien bleiben?

Jorde: Also mein Vertrag geht bis zu drei Jahren und danach habe ich die Möglichkeit, ihn um weitere drei Jahre zu verlängern.

SchüZe: Was werden Sie in Italien unterrichten?

Jorde: Deutsch und Musik, wie hier auch.

SchüZe: Sind Ihnen jemals Zweifel gekommen?

Jorde: Ob das eine richtige Entscheidung war? Ach, ich fahre immer Achterbahn. Natürlich. Manchmal denke ich daran, dass ich dann nicht mehr hier bin und das macht einen dann natürlich auch traurig, aber auf der anderen Seite freue ich mich auch. Also es geht immer hoch und runter.

SchüZe: Warum sind Sie Lehrerin geworden?

Jorde: Warum bin ich Lehrerin geworden? Hmm. Weil es der geilste Job der Welt ist! Also, das denke ich heute wirklich. Weil es ein Job ist, der sehr sinnvoll ist. Und wo man immer mit Menschen zusammen ist und in dem man etwas bewegen kann. Und weil ich daran glaube, dass Bildung sehr wichtig ist und dass man da mit kleinen Dingen viel bewegen kann.

SchüZe: Fanden Sie das schon damals oder ist ihnen diese Erkenntnis erst im Laufe der Jahre gekommen?

Jorde: Also, ich sage das natürlich von meinem jetzigen Standpunkt aus. Aber ich glaube meine Beweggründe, mich damals für den Job zu entscheiden, waren, dass es eben ein sinnvoller Job ist und ich finde, dass er mehr Sinn macht als irgendwelche Gelder in der Bank hin und her zu schieben. Für mich hat es immer einen guten Sinn ergeben mit Menschen zu arbeiten und auch mit jungen Menschen. Und junge Leute auch auf ihrem Weg zu begleiten.

SchüZe: Werden sie in Mailand auch Musicals machen?

Jorde: Wahrscheinlich erst einmal nicht. Ich werde dort stattdessen ein Ensemble leiten. Also so etwas wie eine Band. Angeblich haben sie dort aber auch Streicher und Bläser und so. Ich muss gucken, was da so läuft. Es wird wahrscheinlich sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Ja, und vielleicht werde ich wieder einen Chor leiten. Das könnte auch sein. Und Musicals wahrscheinlich erst einmal nicht. Ich habe gehört dass die jetzige Lehrerin dort irgendetwas mit Musicals macht und ich werde erst einmal ankommen. Ich werde auch mehr Deutsch unterrichten als hier. Ich werde bestimmt eine Klassenleitung bekommen und auch Deutschabitur machen. Habt ihr noch Fragen?

SchüZe: Nein, das waren auch alle. Danke für das Interview.

 


                                                                                                                                                    Das Interview führten:

                                                                                      Annika Czekalla und Merit Mäntele